Gründung eines Musikvereins



Die Informationen zur ersten Vereinsgründung beruhen alle auf mündliche Überlieferung, denn nichts Schriftliches darüber hat den Krieg überdauert.

Es waren vor allem Georg Saalmüller und Anton Konrad, die sich darum bemühten, dass aus der Familienkapelle im Jahr 1935 ein Musikverein wurde. Diese beide begannen nun mit einer breit angelegten Nachwuchsausbildung, was es bisher in Hüttisheim noch nicht gegeben hatte. Bis Kriegsbeginn scharten Saalmüller und Konrad 14 junge Hüttisheimer um sich, die sie für die Blasmusik begeisterten und ausbildeten.

Das erste erhaltene Foto vom Musikverein Hüttisheim entstand bei einer Hochzeit am 03. Juni 1935 in Bihlafingen. Der einzige Unterschied zu den bisherigen Bildern: jetzt haben vier der fünft Musikanten eine Uniformmütze auf, nur Josef Binder nicht. Er wollte die Vereinsgründung nicht mehr mittragen, spielte aber noch mit.

Doch der Zweite Weltkrieg machten die hoffnungsvollen Ansätze bald wieder zunichte. Ein Jungmusiker nach dem anderen wurde eingezogen und drei von ihnen kehrten nicht mehr zurück. Das Vereinsleben kam zum Erliegen und nur in den ersten Kriegsjahren konnten Gefallenenehrungen noch musikalisch umrahmt werden.

Der Neubeginn nach dem Krieg 
Schon ab 1946 bauten die heimgekehrten Musiker wieder eine funktionsfähige Kapelle auf. Erst im zweiten Schritt dachte man an eine Vereinsgründung. Eine Hochzeit ohne Musik war auch in der Nachkriegszeit völlig undenkbar.

Diese Namen sind mit dem Neuanfang nach dem Krieg untrennbar verbunden: Edwin Bendl, Peter Berger, Stefan Binder, Georg Brenner, Sebastian Fesseler, Anton Konrad, Matthäus Merz, Hans Merz, Andreas Miehle, Anton Schmid und Reinhard Wegerer.

Am 28. April 1950 wurde dann bei einer öffentlichen Versammlung im „Kreuz“ auch der Musikverein wiedergegründet. Bürgermeister Matthäus Merz erläuterte die rechtlichen Notwendigkeiten und 33 Personen erklärten ihre passive Mitgliedschaft. Zum ersten Vorstand wurde Josef Beck gewählt. Dirigent und Jugendausbilder blieb Anton Konrad. In seiner Stube fand die Nachwuchsausbildung statt, die Musikproben in der Wagnerwerkstätte von Stefan Binder.

Noch im Gründungsjahr 1950 trat die Kapelle zum ersten Wertungsspiel in der Vereinsgeschichte an. In Achstetten erteilten die Wertungsrichter der jungen Kapelle sehr gute Noten in der Unterstufe.